Systemübersicht
Eine vollständige Grauwasseranlage im Privathaus umfasst in der Regel folgende Hauptkomponenten:
- Getrennte Grauwasserleitung (von den Entnahmestellen zum Aufbereitungssystem)
- Vorfilter oder Grobrechen zur Entfernung von Haaren und Feststoffen
- Biologische oder physikalische Aufbereitungsstufe
- Speichertank
- Druckleitungssystem zur Weiterverteilung (z. B. für Toilettenspülung)
- Nachspeisung aus dem Trinkwassernetz bei leerem Speicher (mit Systemtrennung)
Die Systemtrennung zwischen dem aufbereiteten Grauwasser und dem Trinkwassernetz ist technisch und rechtlich zwingend. Jeder direkte oder indirekte Rückfluss in die Trinkwasserinstallation ist unzulässig.
Anlagentypen im Überblick
- Einfache Filteranlage: Grob- und Feinfilterung, geeignet für Gartenbewässerung
- Biologische Kleinkläranlage: Abbau organischer Substanzen durch Mikroorganismen
- Membranbioreaktoren (MBR): Kombination aus Biologie und Membranfiltration, hohe Aufbereitungsqualität
- UV-Desinfektionsanlage: ergänzende Hygienisierung nach Filtration
Anforderungen an die Hausinstallation
Für die Nachrüstung einer Grauwasseranlage in einem bestehenden Haus ist eine separate Ablaufleitung notwendig, die das Wasser aus den Grauquellen (Dusche, Badewanne, Waschbecken) direkt zur Aufbereitungseinheit führt, ohne es in den allgemeinen Abwasserkanal einzuleiten. Diese Umrüstung ist je nach Grundriss und Lage der Sanitärobjekte baulich unterschiedlich aufwendig.
Bei Neubauten lässt sich die Grauwassertrennung bereits in der Installationsplanung berücksichtigen, was den Aufwand erheblich reduziert. In bestehenden Gebäuden ist häufig die Verlegung einer zweiten Abwasserleitung im Keller oder in Schächten notwendig.
Duschanlage als typische Grauwasserquelle. Foto: Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
Aufbereitung und Hygienestandards
Die Aufbereitung muss sicherstellen, dass das Betriebswasser für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet ist. Für die Toilettenspülung werden in Deutschland Anforderungen an die hygienische Qualität gestellt, die mindestens einer Reduzierung von Fäkalindikatoren (z. B. E. coli) auf einen definierten Grenzwert entsprechen. Die DWA und das Umweltbundesamt haben Empfehlungen zu Aufbereitungsstandards veröffentlicht.
Für die Gartenbewässerung gelten andere Maßstäbe. Bei der Bewässerung von Rasen und Gehölzen sind die Anforderungen geringer als bei Gemüsekulturen, die roh verzehrt werden.
Speicherung und Hygiene
Aufbereitetes Grauwasser sollte möglichst zeitnah verwendet werden. Längere Standzeiten im Speicher begünstigen das Keimwachstum, auch nach der Aufbereitung. Speichertanks müssen regelmäßig gereinigt werden. Die empfohlene Vorhaltedauer hängt von der Aufbereitungsstufe ab.
Wartung und Betriebsaufwand
Eine Grauwasseranlage erfordert regelmäßige Wartung: Filterreinigung oder -wechsel, Kontrolle des Speichers, gelegentliche Desinfektion und Überprüfung der Rohrleitungen auf Verstopfungen. Der Aufwand ist bei einfachen Filteranlagen gering, steigt aber mit der Komplexität des Systems.
Informationen zu technischen Anforderungen und Normen bietet die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA).